Lebe dein eigenes, wunderbares, authentisches Selbst - Nicole Ardin

Dienstag, 20. November 2018

Lebe dein eigenes, wunderbares, authentisches Selbst

Klare Aussage, nicht wahr? Trotzdem weiss ich aus eigener Erfahrung, dass das nicht immer ganz einfach ist, oder einfach zu sein scheint. Die Angst steht leider oft im Weg. Angst davor nicht akzeptiert zu werden, keiner Gruppe anzugehören und, evolutionstechnisch betrachtet hat diese Angst durchaus ihre Berechnigung, denn wer früher - also grob gesagt als wir noch alle mit Tierfell bedeckt und Keule in der Hand herumgelaufen sind - keiner Gruppe angehörte, war so gut wie dem Tod geweiht. Es war damals also nicht einfach ein nice to have, sondern eine Notwendigkeit den Schutz einer Gruppe geniessen zu können.

Heute sieht das natürlich schon wieder ganz anders aus, dennoch ist dieser Urtrieb noch tief in uns verwurzelt. Übrigens zeigen Studien durchaus wie wichtig soziale Kontakte sind, sowohl für die psychische, wie auch die physische Gesundheit. Das heisst aber nicht, dass jemand, der viele Freunde hat, oder eine grosse Familie automatisch glücklicher und gesünder ist. Hier kommt es nämlich nicht auf die Anzahl Bezugspersonen an, sondern auf die Qualität der Beziehungen. So kann man mit einem grossen Freundeskreis unter Umständen unglücklicher sein, als jemand, der einen guten sozialen Kontakt zu einem Freund hat.

Einer grosse Gruppe, sowie in der Steinzeit bedarf es also nicht zwingend, damit es uns gut geht und selbstverständlich gibt es auch Unterstschiede was die Bedürfnisse der Menschen angeht. Manche brauchen grosse Menschenmassen um sich wohl zu fühlen, anderen ist es lieber, wenn sie viel Zeit für sich haben und beides ist völlig in Ordnung. Weder das eine noch das andere sollte am Ende jedoch der Grund dafür sein sich verstellen und einen Teil seiner eigenen Authentizität verstecken zu müssen.

Du kannst es nicht jedem recht machen
Auch wenn wir diesen Satz wohl alle mal zu hören bekommen, oder ihn selbst schon jemandem als Ermutigung gesagt haben, finde ich zumindest, es ist nicht immer ganz einfach ihn auch zu akzeptieren. Ja, natürlich würde ich, wenn ich könnte, es allen recht machen (mich eingeschlossen), denn dann wäre es für alle wunderbar. Aber so läuft es nun mal nicht.

Im laufe der Jahre habe ich gelernt, dass ich manchen zu feinfühlig bin, anderen ist meine Lebensphilosophie zu eso-mässig, wieder andere finden es seltsam, dass ich meine künftigen Beratungen und Coachings auf möglichst ganzheitliches und manche können so gar nicht damit umgehen, dass ich - gerade als Frau - weiss was ich will und meinen Standpunkt klar vertrete. Und hey, das ist völlig okay. Ich kann es eben nicht allen recht machen, niemand kann das, das sollte aber auch nicht das Ziel sein, denn wenn wir nur dafür leben es allen anderen recht zu machen, verlieren wir uns irgendwann selbst.

Authentisch sein braucht Mut
Doch auch wenn wir uns dessen völlig bewusst sind, ist es dennoch nicht immer ganz einfach authentisch zu sein, wenn wir glauben, dass unsere Authentizität irgendwie nicht passen könnte. Insbesondere im Beruf wird manchmal ganz schön viel abverlangt. Ein bestimmter Dresscode, ein bestimmtes Auftreten oder Verhalten, vielleicht sogar eine bestimmte religiöse Zugehörigkeit und als Frau kenne ich zum Beispiel auch, dass man sich in vielen Berufszweigen verhalten muss wie ein Mann um als gleichwertig akzeptiert zu werden. Ja, man würde meinen diese Zeiten seien vorbei doch das sind sie leider noch lange nicht überall.

Ich habe eine Zeit lang für ein Unternehmen gearbeitet, welches prinzipiell keine Frauen in höheren Positionen wollte und hatte dementsprechend auch ein Vorgesetzter, der überhaupt nicht damit umgehen konnte, dass ich ehrlich und direkt aussprach was ich dachte. Doch ich beschloss mir selbst treu zu bleiben, authentisch zu sein und ja, ich nahm dafür die Konsequenzen in Kauf. Es dauerte nicht lange da wurden Ausreden gefunden um mich aus dem Unternehmen zu ekeln – erfolgreich.

Im Nachhinein ist alles gut verlaufen, doch auf den Moment hatte ich angst schon bald ohne Job dazustehen, was auch fast der Fall gewesen wäre. Trotzdem bin ich dankbar mit selbst treu geblieben zu sein. Das Unternehmen zu verlassen hat mir die Möglichkeit geboten einen neuen Arbeitgeber zu finden, der viel besser zu mir passt und mich so akzeptiert wie ich bin, micht nicht versucht klein zu machen nur weil ich eine Frau bin.

Authenitsch zu sein ist bestimmt nicht immer der leichteste Weg, er kann uns ganz schön angst machen und dennoch sind wir uns das selbst schuldig, denn nur wenn wir authentisch sind, sind wir ehrlich und gut zu uns selbst und können es auch zu anderen sein. Deshalb ist es so wichtig sich immer mal wieder zu hinterfragen, ob man noch authentisch ist, ob man noch hinter dem steht, was man tut, wie man sich gibt und was man sagt.

Ich wünsche dir, lieber Leser, ganz viel Mut, sodass du dein Leben authentisch, und selbstbestimmt meistern kannst.

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