Was Wohlbefinden mit materialistischen Werten zu tun hat - Nicole Ardin

Freitag, 26. April 2019

Was Wohlbefinden mit materialistischen Werten zu tun hat

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"Everyone you meet always asks if you have a career, are married or own a house as if life was some kind of grocery list. But nobody ever asks if you are happy." - Heath Ledger

Hat was, nicht wahr? Wer fragt uns denn schon ob wir glücklich sind? Niemand, denn viele nehmen an, dass man automatisch glücklich sei, wenn Dinge wie Karriere, Zivilstand oder Wohnsituation einen gewissen "Status" erreicht haben, den wir mit Glück gleichsetzen. En neues Gadget hier, ein paar neue Schuhe da und schon freuen wir uns über unser neues kleines, oder manchmal auch grösseres Schmuckstück. Die Werbung und mittlerweile auch sogenannte Influencer machen es vor, du brauchst das was sie dir suggerieren um glücklich zu sein. Wie oft habe ich schon Sätze gehört wie: wenn ich erst mal im Lotto gewinne, wenn ich erst mal die Beförderung bekomme, ein neues Haus gekauft habe, verheiratet bin und Kinder habe …

Doch die Wahrheit ist, äussere Lebensereignisse führen nicht zu mehr Glück und Wohlbefinden im Leben, zumindest nicht langfristig. Das zeigt unter anderem eine Reihe von Studien, die über Jahrzehnte die Zufriedenheit der selben Menschen untersuchten. Ungeachtet der Veränderungen ihrer Lebensumstände änderte sich an der individuellen Zufriedenheit kaum etwas.


Materialismus kann sogar unglücklich und krank machen

Dass Menschen mit sehr materialistischen Werten ein geringeres psychisches und physisches Wohlbefinden aufweisen, als Menschen, denen materialistische Werte weniger wichtig sind, haben amerikanische Psychologen schon vor einer Weile herausgefunden (siehe z.B. die Studie von Richard Ryan und Kennon Sheldon auf englisch). Seither wissen wir zwar, dass äusere Lebensereignisse nicht der Heilige Gral zum ultimativen Glück sind, es wirft aber auch die Frage auf, was uns stattdessen dabei helfen kann mehr Wohlbefinden in unseren Alltag zu bringen.

Was brauchen wir um glücklich zu sein?

Der Glücksforschung zufolge helfen vor allem Tätigkeiten und Ziele, die intrinsisch motiviert sind. Also solche, die wir um ihrer Selbstwillen tun und nicht, weil wir uns davon eine Belohnung versprechen. Wir tun etwas, weil wir es tun wollen, weil es Spass macht und wir daran interessiert sind. Dahinter steckt eine Art tieferer Sinn. Aber auch andere Faktoren wie Dankbarkeit, Authentizität und seine Stärken zu kennen helfen uns unser Wohlbefinden zu steigern. Mehr dazu habe ich in diesem Artikel schon mal geschrieben: Glücklich sein kann man lernen – 8 Methoden aus der Glücksforschung

Was können wir daraus lernen?

Wenn unser Wohlbefinden nicht davon abhängig ist was und wieviel wir davon besitzen, können wir anhand dessen auch nicht feststellen, ob jemand glücklich ist oder nicht. Es lohnt sich daher Menschen ganz direkt danach zu fragen. Wir sehen eben immer nur an einen Menschen heran, nicht in ihn hinein und interpretieren anhand dessen, was wir kennen. Die Frage bei einem gemütlichen Kaffee ans Gegenüber kann ausserdem zu sehr interessanten Gesprächen führen, denn wann wird man schon mal danach gefragt, ob man zufrieden und glücklich ist?

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