Warum du für deine Negativität dankbar sein kannst - Nicole Ardin

Dienstag, 30. April 2019

Warum du für deine Negativität dankbar sein kannst

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Schon mal nach Bildern mit dem Stichwort "negativity" gegoogelt? Nein? Dann ist es höchste Zeit, denn das Ergebnis ist höchst interessant. Es scheint nämlich fast so, als sei nur schon der Ausdruck des Wortes nicht gern gesehen, denn was man findet sind Bilder, mit dem durchgestrichenem Wort "Negativity", oder solche, die einen dazu animieren eben nicht negativ zu sein. Auf einem der Bilder, die ich gefunden habe stand sogar "good vibes only". Doch nicht nur Tante Google, auch im alltäglichen Sprachgebrauch hört man immer wieder Sätze wie „denke positiv“ oder „lächle und die Welt lächelt zurück“ und einige davon nutze auch ich zwischendurch gerne, denn schliesslich bin ich Glücksforscherin mit Leib und Seele. Warum um alles in der Welt schreibe gerade ich, dass wir dankbar sein sollten für unsere Negativität?

Ganz einfach, weil auch das, was wir als negatives Denken bezeichnen zum Leben gehört. Es ist natürlich, dass wir nicht jeden Tag himmelhochjauchzend durch die Welt hüpfen, denn das wäre genauso wenig förderlich wie permanenter Pessimissmus. Wir dürfen beruhtig mal einen scheiss Tag oder eine schwierige Phase haben und unzufrieden, traurig, wütend oder enttäusch sein und das ohne uns dafür zu verurteilen.

·       Schädlich wird es für unser Wohlbefinden erst dann, wenn wir über einen langen Zeitraum, also über mehrere Monate oder gar Jahre nur noch negativ sind und, wie man so schön sagt, wir nicht mehr aus dem Loch herausfinden. Oder, wenn unsere Negativität uns im Weg steht, im Sinne von, ich gebe die Verantwortung für mein Tun und mein Leben ab, weil es ja ohnehin keinen Sinn mehr hat oder weil ich es ohnehin nicht schaffe ein lebenswerteres Leben zu führen. In diesem Fall ist Negativität hinderlich und kann uns unter gewissen Umständen schaden.

Förderlich sein kann sie hingegen wenn:

  • Wir einen Motivator brauchen, denn wer ändert schon seine Umstände, wenn es ihm gut geht? Wenn wir uns hingegen unwohl fühlen und uns in einer negativen Situation befinden, dann wollen wir diese möglichst verbessern.
  • Negative Gefühle lassen dich bewusster werden und sorgfältige handeln, manchmal auch besser durchdachte Entscheidungen treffen.
  • Die Erfahrung negativer Gefühle kann uns helfen dankbar zu sein, wenn es uns danach besser geht. Wir schätzen Zeiten, in denen es uns besonders gut geht viel mehr.

Solltest du heute also wieder mal so richtig mies drauf sein, dann schiebe deine negativen Gedanken bitte nicht einfach herzlos zur Seite, sondern hören ihnen zu. Was wollen sie dir mitteilen? Vielleicht sind sie gerade genau der Motivator, den du brauchst, wer weiss.

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