Burn-out und Depression: Tipps zum Umgang - Nicole Ardin

Montag, 2. September 2019

Burn-out und Depression: Tipps zum Umgang


Was ist Depression?
Im Duden wird die Depression als sich in tiefer Niedergeschlagenheit ausdrückende seelische Erkrankung beschrieben. Etwas ausführlicher Ausgedrückt ist die Depression eine psychische Erkrankung, die sich durch zahlreiche Beschwerden wie anhaltende Niedergeschlagenheit, Hemmung von Antrieb und Denken, Interessenverlust, aber auch Schlaflosigkeit und Appetitstörungen bis hin zu Schmerzzuständen äussern kann. Ausserdem beschreiben sie viele als ein Gefühl der Leere, also praktisch gar nichts mehr richtig fühlen zu können.

Nun ist nicht gleich jeder, der diese Symptome aufweist und sich in einer Phase der Niedergeschlagenheit befindet gleich depressiv. Ein Depression äussert sich vor allem durch die anhaltende Dauer der Symptome, die von mehreren Wochen, über Monate bis hin zu Jahren andauern können. Eine unter einer Depression leidenden Person ist nicht mehr in der Lage ihren Alltag zu bewältigen, es reicht also nicht sich einzureden „man müsse sich eben einfach ein wenig zusammenreissen“ um sich wieder besser zu fühlen und den Alltag in den Griff zu bekommen.

Was ist Burn-out?

Auch als Erschöpfungsdepression bekannt, ist Burn-out eine leider allzu bekannte Krankheit unserer heutigen Zeit. Doch trotz der Bekanntheit des Begriffes wissen viele nicht, was denn nun genau darunter zu verstehen ist. Das liegt zum einen daran, dass der Begriff noch relativ jung ist und seit langem versucht wird dem Burn-out eine passende Form zu geben, zum anderen liegt es aber auch daran, dass viele Halbwahrheiten im Umlauf sind.

Was wir heute wissen ist, dass Burn-out ein Zustand der völligen psychischen und körperlichen Erschöpfung ist, die allerdings, und das ist vielen nicht bewusst, nicht allein durch Stress ausgelöst wird, sondern auch viel mit dem inneren Dialog, sowie dem Dialog zur Umwelt, oder im Fall von Burn-out einem eben nicht vorhandenen beziehungsweise destruktiven Dialog zu tun hat. (Buchempfehlung: Burnout kommt nicht nur von Stress, von Dr. Mirriam Priess ) Im Gegensatz zu anderen Depressionen kann die Erschöpfungsdepression  allerdings eindeutig einem oder mehreren Lebensbereichen wie z.B. Arbeit, oder privater Bereich zugeordnet werden. Übrigens: Die Weltgesundheitsorganisation hat Burn-out in diesem Jahr zum ersten Mal als offizielle Krankheit anerkannt: WHO erkennt Burn-out als Krankheit an 

Verdacht auf Depression oder Burn-out?
Solltest du den Verdacht haben unter einer Depression oder einem Burn-out zu leiden, dann gibt es viele verschiedene Möglichkeiten wie du dich genauer darüber informieren, beziehungsweise dir Hilfe suche kannst. Es gibt viele Menschen, die mit Depressionen zu kämpfen haben und es ist keine Schwäche, sondern eine ernstzunehmende Krankheit, die man in den Griff bekommen kann. Auf folgender Seite findest du weitere Infos und schnelle Hilfe: Schweizerische Gesellschaft für Angst und Depression


Erste Hilfe für die Seele
Es gibt kein Allheilmittel bei Depression und Burn-out und , aber es gibt einige Tipps, die uns unterstützen können besser mit einer depressive Phase umzugehen. Diese ersetzen zwar keine Therapie, können jedoch als seelische Erste Hilfe Massnahme wertvoll sein, oder aber auch in Begleitung zu einer Therapie.

1. Sei ehrlich zu dir selbst
Erkenne deine Krankheit an. Sie ist keine Schwäche, sondern ein ernstzunehmendes Zeichen, dass etwas im Moment nicht so ist wie es sein soll. Es dir selbst einzugestehen heisst, dass du dir erlaubst gesund zu werden und das beweist Mut und Stärke.

2. Hilfe suchen und annehmen
Zugegeben, sich Hilfe zu holen braucht Mut. Mut seine Angst zu überwinden und sich darüber zu informieren, aber vor allem auch Mut darüber zu sprechen und ernsthaft etwas ändern zu wollen. Viel zu oft werden psychische Leiden totgeschwiegen, weil manche noch immer glauben es sei ein Zeichen von Schwäche - nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Du darfst dir Hilfe suchen und annehmen. Dieser Selbstregulationsversuch deiner Psyche und deines Körpers bereitet dir im Moment zwar Schwierigkeiten, doch vergiss nicht, dass sie dir wertvolle Hinweise über deinen Zustand geben und das ist ein Zeichen von Stärke.

3. Rede mit jemandem darüber
Rede mit einer vertrauten Person über deine Gefühlszustände, es kann unheimlich befreiend sein seinen Kummer jemandem mitzuteilen und soziale Kontakte, mögen sie in einer solchen Situation noch so viel Überwindung kosten, sind gut fürs Gemüt. Spricht mit Freunden und Verwandten darüber, oder in einer Gruppe mit Menschen, denen es ähnlich geht. Nicht zuletzt können dir Profis wie Psychologen und Psychologische Berater wertvolle Informationen geben, was genau mit dir los ist und wie du am besten vorgehen kannst.

4. Geh raus und beweg dich
Auch schon ein kurzer Aufenthalt in der Natur kann enorm wertvoll sein. Mittlerweile unterstützen sogar die ersten Studien den Vorteil der Natur auf unsere Gesundheit. So kann ein Spaziergang durch den Wald nicht nur helfen den Blutdruck zu regulieren, sondern auch unsere Psychische Gesundheit positiv unterstützen und das Immunsystem zu stärken.

5. Ernähre dich bewusst
Auch die Ernährung beeinflusst unsere Psyche, weshalb es ratsam ist sich damit auseinanderzusetzen. Ich will hier allerdings kein Ernährungsprediger sein, denn ich glaube nicht, dass es für alle die eine richtige Ernährungsweise gibt.

6. Achte auf ausgewogenen Schlaf
Achte darauf dich genügend auszuruhen, denn Depressionen gehen oft auch mit Schlafstörungen einher, das muss nicht unbedingt zu wenig Schlaf sein, nein, auch zuviel kann depressive Phasen unterstützen. In der Regel sind etwa 8 Stunden schlaf das Ideal.

Interessante Artikel:

7. Versuche mehr Achtsamkeit in deinen Alltag zu integrieren
Der MBCT (Mindfulness Based Coginitve Therapy) zum Biespiel ist ein Achtsamkeitskurs, der speziell zur Rückfallprävention bei Depressionen entwickelt wurde.

Auch interessant: Antidepressiva aus der Natur
Bereitet es dir Sorge, dass du vielleicht Antidepressiva nehmen musst? Johanniskrautpräparate sind bei leichten bis mittelschweren Depressionen erwiesenermassen ebenso wirksam wie Antidepressiva und haben keine Nebenwirkungen. Sprich dazu mit deinem Hausarzt oder Psychiater, der kann dir ein gutes Präparat verordnen.


 

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