Stressmanagement: Bewältigung und Prävention - Nicole Ardin

Freitag, 13. September 2019

Stressmanagement: Bewältigung und Prävention

Was ist Stress?

Unter Stress verstehen wir gewisse Reaktionen, die hervorgeruft werden, wenn wir uns in einer für uns belastenden Situation befinden. Genauer gesagt, wenn ein Ungleichgewicht zwischen einem sogenannten Stressor und den vorhandenen Ressourcen besteht. Stressoren sind dabei alle inneren und äusseren Reize wie zum Beispiel die Menge an Arbeit oder Terminen, während die Ressourcen unsere Möglichkeiten darstellen, eine Situation zu bewältigen. Anders ausgedrückt, wenn wir der Auffassung sind eine Situation nicht mehr bewältigen zu können, dann fühlen wir uns gestresst.

Rein biologisch betrachtet zeichnet sich Stress aus indem unser Körper versucht uns vor einer für uns (lebens-)gefährlichen Situatin zu schützen. Richtig gelesen, unser Körper unterscheidet nicht, ob das wodurch wir uns gestresst fühlen wirklich unser Leben bedroht oder nicht – in dieser Hinsicht ist unser Mechanismus noch immer sehr primitiv. Für ihn ist Stress daher immer eine Aufforderung das Alarmsystem zu unserem Schutz einzuschalten. Dabei stösst unser Körper Adrenalin aus, auf welche etwa zehn Minuten später Cortisol folgt, welches wiederum dazu dient besonders wachsam und leistungsfähig zu sein. Grundsätzlich also nichts schlechtes, zumindest nicht, solange ich die aufgebaute Spannung zeitnah auch irgendwie abbauen kann, was wiederum eben häufig nicht geschieht und uns dann gestresst fühlen lässt. Wegrennen und auf einen Baum flüchten, angreiffen oder sich tot stellen, was was unser Körper natürlicherweise tun würde, geht im Büro nunmal nicht. Unsere Bewältigungsstrategien müssen daher geziehlt angepasst werden.

Was verursacht Stress und wie wirkt er sich auf Körper und Psyche aus?

Um diese jedoch zu definieren müssen wir erst einmal in der Lage sein zu merken, was bei uns den Stress triggert. Ob wir uns gestresst fühlen oder nicht, hängt davon ab, wie wir eine Situation subjektiv wahrnehmen und, wie zuvor schon erwähnt, ob wir der Meinung sind der Situation gewachsen zu sein oder eben nicht. Das heisst, viele Bereiche unseres Lebens können sich belastend auswirken. Ein grosses Thema diesbezüglich ist sicherlich der Stress im Berufsleben, insbesondere auch im Zusammenhang mit Burn-out, doch auch Schicksalsschläge, Arbeitslosigkeit, Trennungen oder Verlüste können sich negativ auf unser Stressempfinden auswirken.

Doch was sind die Folgen? Folgen von Stress sind zum Beispiel Nervostität, Gereiztheit oder gar Angst, bis hin zu Konzentrationsschwierigkeiten, Schlaf- und appetitlosigkeit. Körperliche Symptome treten hingegen oft erher schleichend ein, zum Beispiel muskuläre Verspannungen, Kopf- und Bauchschmerzen, schwächung des Immunsystems, wodurch wir öfters krank werden.

Wie du deine Gesundheit schützt und Stress vorbeugst

Was also können wir tun um zu merken, wenn wir uns gestresst fühlen und um den Stress in unserem Alltag möglichst gering zu halten? Die Gute Nachricht ist, unser Körper signalisiert uns ziemlich genau, wann etwas zuviel wird, indem wir die Folgen, wie oben erwähnt, mit etwas Übung ziemlich rasch erkennen können. Die wirkliche Kunst dabei ist zu lernen auf die Signale zu achten und sie nicht einfach zu ignorieren, denn darin sind wir oft sehr gut. Wenn du also merkst, dass dir der Stress zuviel wird, dann achte darauf deinen Ausgleich wiederzufinden. Übrigens können folgende Vorschläge auch wunderbar zur Vorbeugung genutzt werden.

Sich selbst und seine Stärken kennenlernen und nutzen

Wer sich selbst gut kennt, seine Stärken und Schwächen, der hat einen entscheidenden Vorteil. Er hat die Möglichkeit durch Selbstbeobachtung zu merken, wann etwas zuviel wird. Zugegeben, damit ist die Stressbewältigung selbst zwar noch nicht ganz getan, aber wie heisst es so schön? Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Sich selbst zu kennen hilft aber nicht nur beim Setzen der eigenen Prioritäten und ziehen der Grenzen, sondern auch dabei anders mit Stress umgehen zu lernen. Optimisten zum Beispiel sind oft weniger gestresst, aber nicht, weil sie alles durch eine rosarote Brille sehen, sondern Weil sie zuversichtlich sind, dass sie für das aktuelle Problem eine Lösung finden werden. Sie sehen eine schwierige Situation eher als Chance als Problem und nutzen ihre Stärken um kreative Lösungen dafür zu finden.

Stressauslöser vermeiden
In gewissen Situationen kann es sinnvoll sein sich gar nicht erst in eine stressige Situation hinein zu begeben. Ja klar, das geht nicht immer und es geht auch nicht darum ständig vor etwas davonzulaufen, was uns belasten könnte. Viel mehr get es darum unnötigen Stress zu vermeiden. Wenn ich zum Beispiel merke, dass dreimal Sport die Woche zu viel sind und mich eher stressen, als gut tun, dann ist es sinnvollzu hinterfragen, ob auch zweimal oder einmal Sport die Woche reichen um genügend Bewegung zu haben, ohne sich mit Termindruck o.ä. zu belasten.

Ausgleich schaffen
Jeder von uns kennt den Ausdruck Work-Life-Balance - ich finde ihn übrigens grässlich, Weil er davon ausgeht, dass es auf der einen Seite die Arbeit, auf der anderen Seite das Leben gibt. In Wahrheit ist die Arbeit allerdings Teil des Lebens und unseres Alltags. Meiner Ansicht nach macht es  also durchaus Sinn sich zu überlegen, ob wir nicht eher von Life-Balance sprechen wollen, in der die Arbeit ein Teil davon ist.

Pausen machen: Egal, ob wir im bei der Arbeit zum Beispiel im Büro sind, draussen im Garten, oder den Haushalt machen, es ist wichtig Pausen während langer Tätigkeiten einzuplanen. Diese müssen auch nicht besonders lang sein, doch erholsam. Also bitte möglichst kein Email Beantworten in der Kaffeepause, oder Telefonieren während der Mittagspause, sondern die Zeit wirklich nutzen, um ein wenig Abstand vom ganzen zu bekommen. Dazu habe ich hier noch einen interessanten Artikel gefunden: Richtig Pause machen

Bewegung und Sport: Bewegung ist wichtig für unser Wohlbefinden, dabei kann es in Form von Sport sein, aber auch ein Spaziergang in der Natur kann schon wahre Wunder wirken und das schon innerhalb relativ kurzer Zeit.(Artikel: Warum uns die Natur glücklich macht)

Auch empfehlenswert: Gut für Psyche und Körper: Sport schlägt Stress

Hobbies: Ausgleich können wir auch mit Hobbeis schaffen, die uns Freude bereiten, indem sie uns helfen die "Batterien" wieder aufzuladen. Voraussetzung dabei ist selbstverständlich, das wir uns wirklich auf das freuen, was wir machen und uns nicht verpflichtet fühlen, sprich, noch mehr Stress aufladen.
 
Geziehlt achtsam sein und stress hinterfragen
Wenn du merkst, dass du dabei bist dich wieder gestresst zu fühlen (was übrigens schon ein achtsamer Akt ist), dann verweile kurz in dieser Achtsamkeit. Mach dir bewusst wie er sich anfühlt, dein persönlicher Stress. Atmest du noch entspannt, oder sind erste körperliche Anzeichen für den Stress schon spürbar? Was fällt dir sonst noch auf, wie sich der Stress auf dich auswirkt?
Achtsamkeit hilft uns dabei bewusser zu leben und handeln, auch in Sachen Stress kann sie daher hilfreich sein, indem wir uns selbst beobachten und lernen,

Weg mit dem Perfektionismus
 Perfektionismus ist einer der grössten Geranten eines unzufriedenen Lebens. Dieses Gefühl nie genug gemacht zu haben, immer noch mehr zu wollen und sich damit unter Druck zu setzen bringt uns in einen Stresszustand. Doch möchte ich an dieser Stelle noch hinzufügen, dass eine perfektionistische Veranlagung nichts per se Schlechtes ist, rein der Umgang mit dieser Veranlagung entscheidet darüber ob sie uns schadet, oder uns unterstützt. Also nicht das Streben danach immer besser zu werden schadet uns, sondern wie wir mit uns selbst ungehen, wenn wir Fehler machen und Misserfolge erleben.

Perspektivenwechsel
Versuche deine Situation aus einer anderen Perspektive zu sehen und denn Stress als Chance zu betrachten, die dir dabei helfen kann als Person zu wachsen. Wie wäre es denn wenn ein Freund mit solch einer herausfordernden Situation zu dir käme. Was würdest du ihm raten?
 
 

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