Erfolgreich das eigene Leben entschleunigen

by - März 11, 2020


Gut ein Jahr ist es her, seitdem ich mich bewusst dazu entschieden habe mein Leben zu entschleunigen. Der Gedanke dazu kam mir zwar schon viel früher, doch es brauchte seine Zeit, bis ich einen Grossteil dieser Ideen auch tatsächlich umsetzen konnte. Hier galt eben ganz einfach, dass alles zu seiner Zeit kommt - entschleunigt. Ich musste lernen mich in Geduld zu üben, was zugegebenermassen nicht immer ganz einfach für mich war, doch auch hier liess ich mir eben ganz einfach die Zeit, die ich dafür brauchte – wieder entschleunigt. Mittlerweile bin ich sehr zufrieden mit dem was ich bisher schon umsetzen konnte. Anfänglich war ich etwas unsicher ob ich einen 100% Job und ein Studium, das doch immerhin sechs Semester dauert mit meinem entschleunigten Leben unter einen Hut bringen könnte. Überraschung, Überraschung! Es funktioniert in den meisten Fällen tatsächlich überraschend gut.

Am meisten überrascht haben mich die Reaktionen von aussenstehenden. Wobei überrascht ist vielleicht das falshe wort. Wirklcih überrascht hat mich viel eher die art und weise, wie viele Menschen sich in ihrem leben eingesperrt fühlen, sich als marionetten fhlen, die kaum etwas mitzusnethscieden haben in der art und weise, wie sie ihr leben führen wollen. Tatsächlich waren die Reaktionen, die ich in Bezug auf die Umsetzung meines Projektes erhalten habe sehr durchmischt, um nicht zu sagen eher skeptisch. Ruhe und Entspannung, ganz zu schweigen von Langsamkeit haben in unserer derzeitigen, schnelllebigen Welt einen sehr schlechten Stand. Schon als Kleinkind fängt es an, wenn wir mit anderen verglichen werden was das Sprechen, das Laufen oder das Lernen allgemein angeht. Schön hier bekommen wir von übereifrigen Müttern zu hören: «Aber meiner kann in seinem jungen Alter schon dieses und jened, was ist mit deinem?» So als wäre es wichtig, ob das Kind schneller aufsteht oder spricht als alle anderen. Trotzdem ist das der Anfang einer langen Reise, bei der es immer wieder darum geht überall der schnellste zu sein – im Lernen, im Karrierenaufstieg, in der Familiengründung – you name it. Jemand, der da bewusst langsamer, entschleunigter Leben will, gilt da natürlich als Störfaktor und das obwohl wir uns alle bewusst sind, dass ein schnelleres Leben nicht glücklicher macht als ein langsameres (villeicht mal abgesehen davon, wenn uns gerade der Löwe in der Savanne hinterherrennt – ist mir persönlich allerdings noch nie passiert). 

Das interssante dabei ist, dass viele sich ein entspannteres, stressfreieres Leben wünschen würden, gleichzeitig aber finden sie schier unzählige Gründe warum sie ihr Leben nie und nimmer entschleunigen können. Tatsächlich habe ich mir seither oft genug Sätze anhören müssen wie: «Na ja in deiner Situaiton könne ich das natürlich auch, aber bei meiner Verantwortung geht das natürlich nicht.» Warum diese - wenn wir es jetzt mal etwas böser ausdrücken wollen - Ausreden?

Weil es verpönt ist. Es ist verpönt Zeit zu haben. Es ist verpönt Überstunden nur dann zu machen, wenn es wirklich nötig ist, denn es scheint immer nötig, nicht wahr? Was könnten die Menschen denn nur von mir denken, wenn ich Freizeit habe, die nicht komplett verplant ist, oder wenn ich überhaupt Freizeit habe? Was könnten sie denken, wenn ich das, was ich mir für den Tag vornehme in aller Ruhe und nicht unter Stress und Druck erledigen könnte? Dann wäre ich doch bestimmt nicht fleissig genug, ich wäre ein Minmalist oder noch schlimmer, ich wäre stinkfaul. Etwas milder ausgedrückt wäre ich ein Träumer, aber bestimmt niemand, der es zu etwas bringt im Leben. Gemütlichkeit und Erfolg passen nicht zusammen, wer etwas erreichen will muss leiden, muss mit viel Mühe sein Ziel erreichen, alles andere lassen wir nicht gelten. Aber was, wenn der Erfolg auch ganz enstpannt kommen könnte, was wenn wir unsere Ziele auch dann erreichen, wenn wir nicht auf der Grenze zum Burnout hin und hertänzeln müssten?

Die Voraussetzung für ein entschleunigtes Leben

Interessanterweise scheinen manche zu glauben, dass es, wenn überhaupt, dann nur für andere möglich ist ihr Leben zu entschleunigen, nicht aber für sie selbst und ihr Leben. Doch wer wirklich eine Veränderung in diese Richtung tätigen möchte, der wird auch Wege finden diese im eigenen Leben umzusetzen. Das habe ich nicht nur aus eigener Erfahrung erlebt, sondern auch bei vielen meiner Mitmenschen. Natürlich mag das Anfangs nur ein sehr kleiner Bereich unseres Alltags sein, doch es ist auf jeden Fall machbar. Dafür muss eine Voraussetzung allerdings gegeben sein, wir müssen bereit sein unsere Gewohnheiten und Denkweisen zu verändern.

Meine bisherigen Erfolge in Sachen entschleunigt leben

Um meinene Alltag zu entschleunigen habe ich mich in erster Linie an die sieben Grundhaltungen eines entschleunigten Lebens gehalten. Dabei habe ich nicht von heute auf mogen alles in meinem Leben entschleunigt, sondern bin Schritt für Schritt bestimmte Bereiche meines Alltags angegangen.

Mehr Achtsamkeit im Alltag
Mittlerweile gehe ich viel bewusster mit meiner Zeit um. Manches habe ich optimiert indem ich Dinge oder Tätigkeiten, die viel Zeit in Anspruch genommen haben, mir aber nicht besonders gut getan haben auf ein Minimum reduziert. Anderes habe ich bewusst in mein Leben gebracht, wie zum Beispiel feste Zeiten der Entspannung.

Bewusst ja oder nein sagen können
Nicht nur in meiner Freizeit höre ich heute viel mehr auf meine Intuition und entscheide mich viel bewusster für ein Ja oder ein Nein. Auch beruflich hat sich für mich mittlerweile so einiges verändert, was einer entschleunigten Lebensweise zugute kommt. Natürlich kenne ich stressige Situationen und natürlich kann ich nicht jeder Möglichkeit der Entschleunigung gerecht werden, doch im Vergleich zu früher hat sich mein berufliches Umfeld schon sehr stark zum Positiven verändert.

Gibt es auch Misserfolge?

Früher hätte ich hier wohl mit einem klaren Ja geantwortet, denn natürlich konnte ich bisher nicht alles umsetzen, was ich gerne noch umsetzen möchte. Da es aber eben genau daraum geht das eigene Leben zu entschleunigen und ich somit allen Veränderungen auch die nötige Zeit lasse, gibt es keine Misserfolge, sondern lediglich solche, die erst dann eintreten werden, wenn es an ihrer Zeit ist.

Geduld und Akzeptanz des Unveränderbaren

Wir haben vieles in der Hand, aber natürlich nicht alles. Manches müssen wir lernen als gegeben zu akzeptieren, für anderes braucht es vielleicht mehr Geduld als gedacht und das ist völlig in Ordnung. Für mich persönlich war das schwierige bei der Umsetzung noch nicht einmal meine Sichtweise und Handlungen zu verändern, das hat sich mit etwas Geduld und Durchhaltevermögen nach einer Weile von selbst ergeben. Besonders schwierig hingegen empfand ich es mit entmutigenden Aussagen  umzugehen, wie "das heisst, du liegst einfach faul auf der Couch herum". Manche Menschen haben wirklich eine sehr abwertende Haltung gegenüber Entschleunigung, weil Ruhe, Stille und Entspannung für sie gleichzusetzen ist mit Faulheit und Misserfolg.

Das ist schade, aber natürlich ist es ihr gutes Recht ihre eigene Sichtweise auszudrücken. Genauso wie es mein Recht ist mein Leben bewusst zu entschleunigen, mit zu liebe, meiner Gesundheit zuliebe und ja, auch meinem Umfeld zuliebe, welches eine viel zufriedenere, ermutigendere und positivere Person gewonnen hat. Ein entschleunigtes Leben zu führen scheint auf den ersten Blick womöglich nur einem selbst zu helfen, aber wenn wir ehrlich sind und genauer, vor allem langfristig hinschauen, dann beeinflusst diese Lebensweis nicht nur einen selbst, sondern auch das Umfeld auf positive Weise.

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