Selbstfürsorge: Warum du einen liebevollen umgang mit dir selbst wert bist

by - Mai 06, 2020


Hast du schon mal beobachtet wie du mit dir selbst umgehst? Zum Beispiel, wie du über dich selbst denkst und wie du mit dir selbst sprichst? Bist du höflich und nett? Bist du geduldig? Verzeihst du dir selbst für Dinge, die du heute beim besten Willen nicht so hinbekommen hast, wie du es gerne gehabt hättest?

Ich weiss nicht wie es dir beim Beantworten dieser Fragen geht, aber als ich sie mir zum ersten Mal gestellt habe, bin ich ganz schön erschrocken. Mir ist dabei nämlich aufgefallen, dass ich nicht nur extrem streng zu mir selbst war, sondern regelrecht gemein sein konnte. Das Interessante dabei war, dass mein Umgang mit anderen Menschen in vielen Situationen völlig anders war. Zu ihnen war ich freundlich, ich war meist geduldig und in vielen Situationen war ich bereit rasch zu verzeihen. Kurz gesagt, ich sah grundsätzlich immer das beste in ihnen, selbst dann, wenn es in diesem Moment nicht erkennbar war. Natürlich gab es auch andere Momente - hey - schliesslich bin ich nicht Mutter Theresa, doch ich denke du verstehst was ich meine. In meinen Augen waren diese Attribute in meinem Leben wertvoll, denn meinen Mitmenschen möglichst freundlich und unvoreingenommen zu begegnen gehörte und gehört auch heute für mich noch immer zu einer respektvollen Begegnung. So bin ich halt und das ist mir wichtig. Aber warum konnte ich diese Prinzipien, die ja eigentlich ganz gut waren, lange Zeit nicht auch gegenüber mir selbst anwenden?

Die Antwort ist, ich trug Sorge zu meinen Mitmenschen und meiner Umwelt, aber für mich schien es nicht mehr zu reichen. Ich stellte mich fast immer zurück, ich was unwichtig, wichtig war nur, dass es allen anderen gut ging und dass man mich dadurch mochte. Ja, ich hatte eine Riesenangst nicht gemocht zu werden, das war für mich schlimm. Was ich damals nicht wusste war, dass dieses Fehlen an Selbstfürsorge nach und nach dazu führte mich selbst weder ernst zu nehmen, noch meine Bedürfnisse. Ich dachte schlecht über mich, glaubte ich wäre an allem Schuld und so brauchte es nicht viel um mich selbst schlecht zu behandeln.

Dieses andere über sich stellen kann eine Weile gut gehen, es kann aber auch ganz rasch zum Problem werden und selbst wenn es eine Weile lang tatsächlich gut zu gehen scheintt, es sei dir versichert, dass es auf lange Sicht keine Lösung ist. Warum? Wer sich selbst nicht mehr spürt, der wird sich nach und nach auch von seinen Mitmenschen und seiner Umwelt abkoppeln, denn: aus einer leeren Schüssel kann man nicht servieren. Diesem sich selbst klein machen hält niemand ewig stand, denn irgendwann ist die Energie aufgebraucht.

Selbstfürsorge ist kein Egoismus

Ich weiss, dass viele mit ähnlichen Gefühlen zu kämpfen haben wie ich damals. Ich weiss, dass viele angst haben als Egoistisch oder Arrogand dazustehen, wenn sie anderen mitteilen, dass sie Zeit für sich brauchen, Zeit brauchen um ihre Bedürfnisse zu erfüllen oder auch, wenn sie dieses Mal ganz einfach nicht die Kraft haben für andere da zu sein. Ich weiss, wie es da bei vielen im Kopf zu rattern beginnt, weil es bei mir damals genauso war. Ich glaubte, Selbstfürsorge sei egoistisch und dass ich nur ein guter Mensch sei, wenn ich mich für andere aufopferte.

Wir haben da in unserer Gesellschaft ein riesiges Ungleichgewicht zwischen der Fürsorge für sich selbst und dem Bild des Egoismus. Denken wir nur an Bodyshaming, oder daran wie wir mit sozialem Status umgehen. Wer sich für andere oder fürs Geschäft aufopert ist ein Held, wärend jemand, der scheinbar nur an sich selbst denkt, im nettesten Fall ein Kopfschütteln erntet. Aber zwischen wahrem Egoistmus, also zwischen jemandem der sich über alles und alle anderen stellt und der Selbstachtung besteht ein grosser Unterschied. Selbstachtung heisst seine Bedüfrnisse zu kennen, es heisst aber auch zu spüren welche Situationen etwas mehr Balance brauchen und wie weit man gehen kann, wo die eigenen Grenzen liegen.

Ein Egoist hingegen kennt ken Mass, keine Grenzen, genausowenig jemand des sich selbstaufopert. Das ist kein Heldenakt, es ist Selbstzerstörung. Wer sich selbst aufopert, der kann nicht für andere da sein, oder sagen wir, nicht auf lange Sicht. Wer sich allerdings selbst achtet, wer weiss wie er in seine Balance zurückfindet, wo seine Stärken und seine Grenzen sind und für diese einstehen kann, der wird auch nachhaltig für andere da sein können. Das kann weder der Egoist, der das gar nicht möchte, noch der Selbstaufopferer.

Von der Eigenverantwortung des Lebens und des Glücks

Und sollte dich jetzt das unangenehme Gefühl beschleichen, dass andere diese Aufopferung von dir erwarten, dass sie dir deutlisch mitteilen, dass es ihnen schlecht gehen würde, wenn du es nicht mehr tun würdest, dann lass mich dir eines sagen: Es steht nicht in unserer Macht andere Glücklich zu machen, genausowenig wie se in ihrer Macht steht uns glücklich zu machen. Wenn wir das von anderen erwarten, dann geben wir unsere Eigenverantwortung ab - wir erwarten, dass andere die Arbeit für uns machen, indem sie für unser Glück verantwortlich sind. Glück jedoch ensteht in jedem einzelnen selbst. 

Warum du es wert bist liebevoll mit dir selbst zu sein

Stellst du dir gerade die Frage, warum du mehr Wert sein solltest als andere? Nun, das bist du nicht. Du bist nicht mehr wert, du bist aber auch nicht weniger wert, sondern ganuso viel wie jeder andere auch. Ein jeder von uns ist einzigartig - aber wir alle sind einander ebenbürtig. Du musst dir deine Liebe für dich selbst nicht erst verdienen, du bist es wert dich selbst zu lieben und für dein Wohlbefinden zu sorgen, ganz einfach weil es dich gibt. Du bist genug und genau richtig, so wie du bist und übrigens bist du es nicht nur wert, dass du selbst liebevoll mit dir umgehst, du bist es auch absolut wert, dass andere anständig und liebevoll mit dir umgehen.


Wie du mehr Selbstfürsorge in deinen Alltag bringst

Lerne deine Bedürfnisse kennen und auszudrücken
Manche glauben Selsbtfürsorge hätte etwas damit zu tun es sich gut gehen zu lassen und ja, das kann ein Teil der Selbstfürsorge sein. Selbstfürsorge heisst aber vor allem auch seine eigenen Bedürfnisse zu kennen und diese ernst zu nehmen. Dazu gehört nicht nur für sich selbst einstehen zu können, wenn du etwas mächtest, sondern auch dort Grenzen zu setzen, wo es nötig ist, das heisst auch mal nein sagen zu können - selbst dann wenn alle anderen ja sagen.


Sprich gut zu dir und ermutige dich selbst
Kommen wir nochmals zu den Fragen vom Anfang. Hast du dir Gedanken dazu gemacht, wie du mit dir selbst sprichst? Ermutigst du dich oft selbst? Oder entmutigst du dich eher? Sollte letzteres der Fall sein, brauchst du dir keine Sorgen zu machen, denn Ermutigung kann man lernen. Dazu kann ich dir gerne auch meinen Artikel Wann hattest du letztes Mal einen Mutausbruch zum Lesen anbieten.


Gönne dir bewusste Erholungsphasen
Wir leben in einer hektischen Welt, in der jeder von uns viele Verpflichtungen hat und in der alles am liebsten schon gestern hätte erledigt werden sollen. Stress ist wohl ein Wort, das jedem bekannt ist und etwas, was auch ganz natürlich ist - zumindest ein gewisses Mass an Stress. Wenn dieser jedoch Überhand nimmt und permanent wird, dann wird er langfristig zum Problem. Zur Selbstfürsorge gehört daher auch sich zu erlauben sich selbst zu erholen. Erholung wiederum ist essentiell für Körper und Geist, damit wir gesund bleiben können und sozusgen unsere Batterien wieder aufladen können. Allerdings lernen wir in unserem Leben kaum uns richtig zu erholen. Was wir lernen ist fleissig und zuverlässig zu sein, wir lernen zügig zu arbeiten und manchmal sogar schier übermenschliches zu leisten. Wer mal ein Wochenende auf der Couch sitzt, der gilt als faul und das wird nicht gern gesehen. Dabei zeigen uns gerade die aktuellen Volkskrankheiten wie Burnout aber auch Herz-Kreislauf-Störungen wie wichtige Erholung ist. Trotzdem ignorieren es viele und es wird so lange ignoriert bist es es nicht mehr geht. Wenn du dir jedoch bewusst und regelmässige Erholungsphasen gönnst - eben dir auch mal erlaubst bewusst zu faulenzen - dann gerätst du erst gar nicht in die Rikisozone.

Wage es auch dich unangenehmen Dingen zu stellen
Selbstfürsorge heisst nicht aus dem Alltag zu flüchten, sondern deinen Alltag nachahltig gesünder und ausgewogener zu gestalten. Selbstfürsorge soll alos ein Teil deines alltäglichen Lebens werden, nicht die Ausnahme bleiben. Natürlich heisst das nicht, dass du deinen Alltag von heute auf morgen komplett ändern muss, sondern da, wo es gerade möglich ist und passt. Das kann heissen, dass es im Moment noch die Ausnahme ist, aber achte darauf, dass es nicht die Ausnahme bleibt.

Selsbtfürsoge bedeutet , wie das Wort schon sagt, für sich selbst zu sorgen, genauer hinzuschauen. und dich wirklich mit dir auseinanderzusetzen. Das ist nicht immer angenehm und das lässt dir nicht immer die Möglichkeit den den Weg des geringsten Widerstandes zugehen. Aber finde den Mut ihn trotzdem zu gehen, auch wenn es erst nicht ganz einfach ist. Manchmal müssen wir unangenehme Situationen durchhalten, weil wir wissen, dass es danach besser wird als es jetzt ist.

Genisse schöne Momente ganz bewusst
Unverhofft kommt oft, heisst es und ja manchmal geraten wir unverhofft in ganz wunderbare Situationen. Egal ob diese Erlebnisse gross oder klein sein mögen, erlaube dir sie in vollen Zügen zu geniessen. Diese schönen momente bewusst mit allen Sinnen zu erfahren erlaubt uns nicht nur den Moment mehr wertschätzen zu lernen, es ist auch eine wundervolle Möglichkeit um deine Energie aufzuladen. Diese Energie wiederum gibt dir Kraft schwierigere Phasen gut zu meistern.


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