Der umkehrbare Umhang und was es damit auf sich hat

by - April 28, 2021


Kennst du den Begriff des "Reversible Cape", also des Umkehrbaren Umhangs? Falls dir dieses Konzept noch nicht bekannt sein sollte, dann will ich ihn dir in diesem Post vorstellen. Erstmals damit bekannt gemacht wurde ich im Bereich der Positiven Psychologie und zwar in James Pawelski's Kurs. Er hat mich damals als Studentin mit sehr viel Können und einer guten Portion Humor an diesen Perspektivenwechsel herangeführt und was ich damals von ihm lernen durfte, will ich an dir an dieser Stell mitgeben.

Nehmen wir an, du bist ein Superheld. Als solcher besitzt du natürlich ein Superheldenumhang, ein sogenanntes Cape, wie es sich gehört und du hast die Wahl ob dieses rot oder grün sein soll. Bevor du dich für eine Farbe entscheidest, solltest du dir allerdings erst die damit verbundenen Kräfte ansehen. Wenn du dich nämlich fürs rote Cape entscheidest, dann hast du die Kraft Böses auzulöschen (ziemlich cool, nicht wahr?). Entscheidest du dich hingegen fürs grüne Cape, dann hast du die Kraft Gutes zu bewirken (ebenso cool), denn du kannst so viel gutes in die Welt bringen, dass das Böse wohl kaum mehr eine Chance hat. Für was entscheidest du dich?

Du wirst vermutlich schon erkannt haben, dass beides seher erfolgreich zum Ziel führen wird. Die eigentliche Frage aber lautet, auf was will ich meinen Fokus setzen? Will ich das Schlechte in der Welt vermindern, oder schenke ich meine Aufmerksamkei auf das, was ich Gutes in die Welt bringen will? Es gibt dabei kein richtig oder falsch. Alles, was ich damit aufzeigen will ist, dass es in unserer Hand liegt, für was wir unsere Energie im Alltag nutzen. Nutze ich sie um Probleme zu beseitigen, oder dafür Lösungen zu finden? Nochmals, beides führt zum Ziel, der Unterschied ist unsere Perspektive.
Nun die Brücke zu unserer Psyche. In vielen Sichtweisen wurden wir gelehrt, Probleme zu erkennen und sie möglichst effizient zu beseitigen. Das ist gut und wichtig, aber macht das automatisch das Leben besser? ist das nicht nur ein Teil eines ganzheitlichen Erfolgs? Braucht es dazu nicht auch die Vision und das Wissen darüber, wie wir mehr Gutes in unser Leben einladen können? Sogar die WHO gibt zu: "Gesundheit ist der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheiten und Gebrechen."

Oder ander ausgedrückt, die Abwesenheit von Krankheit ist nicht automatisch gleichzusetzen mit Wohlbefinden. Genau da setzt die Psychosoziale Beratung an, denn nur weil wir keine diagnostizierte Krankheit oder eine Störung haben, heisst das noch lange nicht, dass alles in unserem Leben "Friede, Freude, Eierkuchen" ist. Dieser Tatsache wird bis heute viel zu wenig Beachtung beigemessen - zumindest, wenn wir die gängige Schulmedizin betrachten. Ich will damit nicht sagen, dass sie schlecht ist, nur, dass sie bisher keinen Weg gefunden hat den Menschen als ganzheitliches Wesen mit ganzheitlichen Bedürfnissen anzusehen. Doch zum Glück gibt es andere, ergänzende Wege, die uns auf unserem Weg zu mehr Wohlbefinden unterstützen können.

Wenn du das nächste mal aus dem Haus gehst, etwas erlebst oder einfach mal ein paar Minuten achtsam sein kannst, dann überlege dir, mit welchen Augen du die aktuelle Situation gerade erlebst. Eine solche Erkenntnis kann äusserst wertvoll sein.

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